Mein Problem mit der Fürbitte

Fürbitte ist für mich immer ein wenig schwierig. Wenn ich für andere Menschen beten will, die mir nicht gerade ganz nahe stehen, kommt in mir die Frage auf, womit hat Franz es verdient, dass ich für ihn bete und Hans nicht? Oder warum soll ich nur für Fraukes Husten beten, wenn doch in der dritten Welt Menschen hunger leiden, oder nicht gleich für die Bekehrung der ganzen Menschheit?

Meine „Lösung“ dazu war einfach, dass ich keine Lust und die Liebe habe so lange für alle(s) zu beten.

Hmm klingt irgendwie lieblos…

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7 Responses to Mein Problem mit der Fürbitte

  1. Hi Mannsven

    Also ich bete ich für die Menschen die mir gerade auf dem Herzen liegen (aufs Herz gelegt worden sind?) und wenn ich einmal angefangen habe geht es mir oft so, dass ich das Gefühl habe noch für etwas/jemand anderen beten zu sollen.
    Was lieblos klingt, muss ja nicht unbedingt lieblos sein.
    Wenn ich dich um etwas bitten würde das ich zwar als wichtig anerkenne, mich aber eigentlich nicht interessiert. Fändest du das liebevoll?

  2. Mannsven sagt:

    Also soll ich nur für die beten die mir am herzen liegen? Und die anderen einfach „ausblenden“? Is das denn in ordnung?

  3. Ich hätte jetzt spontan mit ja geantwortet. Aber ich denke wir solltren nochmal nachgucken was in der Bibel dazu steht. Ich versuch mal im Laufe des Tages ein wenig was zu finden.

  4. Mentalrover sagt:

    Also soll ich nur für die beten die mir am herzen liegen? Und die anderen einfach „ausblenden“? Is das denn in ordnung?

    Karla ist krank. Sie kann nicht selbst einkaufen gehen. Egon erfährt davon, und betet spontan dafür, dass Karla gesund wird. Und dass sie jemanden findet, der für sie einkauft.

    Ist das nicht lieblos?

    Egon wäre besser für sie einkaufen gegangen. Karla lag ihm wohl doch nicht so am Herzen.

    => Bete für die, für die du auch bereit bist etwas zu tun. Sonst ist beten Heuchelei!

    Egon betreut seine kranke Mutter. Sie ist auf seine Pflege angewiesen.
    Aber Egon hört von der Tsunamikatastrophe im fernen Osten. Das Thema beschäftigt ihn sehr. Die Not ist groß. Er fliegt nicht dorthin, um dort mitzuhelfen.

    Ist das lieblos?

    Du kannst nicht immer etwas für die Menschen tun, die dir am Herzen liegen.

    => Dann bete stattdessen für sie.

    Das sind die Menschen, die dir am Herzen liegen. Für die bete. Alles andere wäre unecht.

    Es gibt Kollegen, die wollen alles selber machen und versuchen, alle Probleme selber zu lösen. Sie sind damit aber überfordert. Daher geht selbst der Teil der Arbeit, für den sie eigentlich angestellt sind, den Bach runter.
    Viel besser ist Arbeitsteilung. Jeder übernimmt den Teil, den er am Besten kann und konzentriert sich darauf.

    Auch im Bereich des „am Herzen liegen“ gibt es sowas wie geistliche Arbeitsteilung.
    Trage du deinen Teil bei, aber versuch nicht, alle Probleme der ganzen Welt zu lösen. Auch nicht im Gebet. Aber deinen Teil versäume nicht!

    Sonst schlägt deine beschriebene „Lösung“ eines Tages um, und du betest gar nicht mehr.

  5. Mannsven sagt:

    Ich hab mich jetzt noch nicht so ganz mit deinem Kommentar beschäftigt, aber der erste Teil,
    „Bete für die, für die du auch bereit bist etwas zu tun. Sonst ist beten Heuchelei!“,
    hört sich für mich so an, als ob Gebet keine Kraft hätte, zumindest nicht aus sich selbst heraus. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das so richtig verstanden habe.

  6. @ MenatlRover:
    Ich habe auch ein wenig Probleme mit dem Egon-Karla Beispiel. Allerdings noch ein anderes. Und zwar, dass es sich hier so anhört als wären Handeln und Heten Alternativen.
    Das Gebet ersetzt zwar (oft) kein Tat, aber es ist ein Tat, die durch nichts ersetzt werden kann
    Wenn Egon den Eindruck hat, dass er nicht für Karla beten soll und sie stattdessen z.B: lieber besuchen oder für sie einkaufen sollte ist alles klar.
    Aber dein Beispiel weckt in mir die Assoziation zu diesem wir-beten-erst-wenn-alles-andere-nicht-mehr-funktioniert-und-versuchens-erstmal-ohne-Gott-Denken

    .
    @ Mannsven:
    Ich bin bisher leider nicht dazu gekommen bezüglich deiner Themas in der Bibel zu schmökern.
    Da du gesagt hast, dass du wieder angefangen hast in der Bibel zu lesen kannst du mal speziell darauf achten wofür die Leute beten bzw. beten sollen.
    Und bevor wir es vergessen. Du kannst ja mal Gott fragen was er zu dem ganzen meinst (am besten bevor du in der Bibel liest)
    Noch ein paar Frage von mir zum weiter nachdenken:
    Kann man es sich verdienen, dass für jemanden gebetet wird? (Womit z:B. Haben es sich unsere Feinde verdient, für die wir beten sollen?)
    Ist „für jemanden beten“ ein Geschenk?
    Betest du eigentlich nur für Heilung und weltweite Probleme?
    Denkst du das Gott überhaupt Lust hat sich ein Bitte anzuhören, dessen Bittsteller eigentlich gar nicht an der Erfüllung der Bitte interessiert ist?
    Wer glaubst du freut sich daran, wenn du beim Beten ein schlechtes Gewissen hast?

  7. Mentalrover sagt:

    Hi ihr,

    sorry, da muss ich wohl tatsächlich etwas ausholen :-/ .

    „Ich hab mich jetzt noch nicht so ganz mit deinem Kommentar beschäftigt, aber der erste Teil,…“;
    und
    „Ich habe auch ein wenig Probleme mit dem Egon-Karla Beispiel. „

    Das Problem das ihr habt ist, dass ihr nicht im Zusammenhang lest. Zum einen ist mein Kommentar eine direkte Antwort auf den ursprünglichen Artikel, zum anderen muss er als Ganzes gelesen werden, und nicht in separaten Ausschnitten, sonst geht die Aussage verloren.

    Dadurch habt ihr mit …

    „…hört sich für mich so an, als ob Gebet keine Kraft hätte“
    und
    „…wir-beten-erst-wenn-alles-andere-nicht-mehr-funktioniert-und-versuchens-erstmal-ohne-Gott-Denken“
    den eigentlichen Punkt verpasst. Es ging schon im Ursprungsartikel nicht um die Kraft des Gebets, sondern um die eigene Herzenshaltung beim Beten.

    Ich habe auch ausdrücklich als Folgerung des Karla-Egon Beispiels nicht gesagt, „bete NICHT,…“, sondern ich habe gesagt „bete für diejenigen, ….“. Weil das ja die Frage war: Für wen beten?

    Mindrevolution hat es schon genau erfasst, mit:
    „Denkst du das Gott überhaupt Lust hat sich ein Bitte anzuhören, dessen Bittsteller eigentlich gar nicht an der Erfüllung der Bitte interessiert ist?“

    Und dieses „an der Erfüllung interessiert sein“ habe ich durch die Bereitschaft, etwas für jemanden zu tun, ausgedrückt. (Bereitschaft heißt übrigens nicht, dass man es de facto auch tut, es beschreibt aber die Haltung).
    Im Prinzip gilt:
    Wenn ich an der Erfüllung interessiert bin und Wege sehe, selbst aktiv zu werden, dann tue ich das doch. Wenn ich selbst aktiv werden könnte, aber die Handlung verweigere, und mich stattdessen auf das Gebet zurückziehe, dann stimmt doch irgend etwas nicht.

    Am Ende meines Kommentars ging ich darauf ein, wo das Problem (frei: „dann müsste ich für die ganze Menschheit beten“) und die Lösung des Ursprungsartikels („Meine „Lösung“ dazu war einfach, dass ich keine Lust und die Liebe habe so lange für alle(s) zu beten.“) in letzter Konsequenz hinführt.

    Sven, du beschreibst: 1.) Gebet, 2.) Frage, 3.) erweitertes Gebet 4.) schlechtes Gewissen 5.) noch mehr Gebet 6.) Überforderung 7.) Aufgeben 8.) ganz schlechtes Gewissen.

    Und das ist alles kein guter Weg.
    Mindrevolution fragte somit zurecht:
    „Wer glaubst du freut sich daran, wenn du beim Beten ein schlechtes Gewissen hast?“

    Die Frage bezüglich Kraft des Gebets ist auch, inwiefern Beten ohne die zugehörige Herzenshaltung überhaupt ein kraftvolles Gebet ist. Wenn Gott das eigentlich desinteressierte Gebet erhört, ist es dann wegen des Gebets (weil ja Gebet an sich sooo kraftvoll ist), oder trotzdem?

    Ich glaube definitiv NICHT an die Kraft des Gebets OHNE die zugehörige Herzenshaltung, denn das wäre sowas wie ein Automatismus eines magischen Rituals.

    Daher ist die Aufforderung, für die Feinde zu beten, im Grundsatz eine Aufforderung, diesen Leuten gegenüber eine bestimmte Herzenshaltung einzunehmen. Nicht für Gott beten wir für die Feinde, sondern für uns selbst.

    Ich hoffe, das hilft zum Verständnis.
    (Fällt mir manchmal nicht leicht, mich „griffig“ auszudrücken).

    MentalRover

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