Die Opfer der Bibel

Donnerstag, 29. Oktober, 2009

Vor längerer Zeit hatte ich Religionsunterricht und da „nahmen“ wir da den Tod Jesu „durch“.
Genauer gesagt den Sinn des Todes.
Dazu gibt es dann 2 Ansätze und der eine sieht so aus:
Die Stellvertretungschristologie: Christus der Erlöser
Nach diesem Ansatz braucht jeder Mensch Sühne:
Ist Sühne überhaupt notwendig? Ich glaube, sie ist es. Simon Wiesenthal berichtet in seinem Buch „Die Sommerblume“, dass er als KZ-Häftling an das Bett eines sterbenden SS-Mannes gerufen wurde, der ihm, dem Juden, berichten wollte, dass er an Massenerschießungen von Juden teilgenommen habe, um ihn um Vergebung zu bitten.
Die Moral von der Geschichte ist, der Jude konnte ihn nicht im Namen der Getöteten vergeben. Kein Mensch kann das. Aber ohne Sühne kann man mit so einer Schuld nicht weiter leben, denn man verliert alle Selbstachtung.
Viele Religionen benutzen Opfer um den Zorn der Götter zu besänftigen. und jetzt kommt was neues, was ich vorher nie so gesehen habe: Im Alten Testament war es anders. Es gab auch Sühneopfer, der Sündenbock, auf ihn wurden die Sünden der Menschen per Handauflegen übertragen und buchstäblich in die Wüste gejagt, aber er wurde nicht Gott angeboten, um seinen Zorn zu besänftigen, sondern Gott stiftet den Sündenbock, um das Volk zu versöhnen. Jetzt wissen wir, dass Gott den Sündenbock durch Jesus für immer abgeschaft hat. Jesus wird durch sein Leiden selber zum Opfer, kann so den Opfern beistehen, aber auch den Tätern vergeben. (Passend dazu noch 2. Korinther 5,19: „Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat[…]“)

Ok es fehlt auch die Versöhnung mit Gott (vonwegen die Sünde ist der Abgrund und das Kreuz die Brücke darüber), aber es verschönert doch das Bild, dass Gott nicht nur selber Opfer wegen irgendwelcher Regeln braucht, damit wir zu ihn kommen können.

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